MARKUS KEIMEL


Markus Keimel (Foto: Mika Hinterberger)
Markus Keimel (Foto: Mika Hinterberger)

 

Markus Keimel ist ein österreichischer Musiker, Sänger, Komponist und Autor. (geboren 1987 in Leoben, Österreich)

 

Bereits im Alter von zwölf Jahren begann der gebürtige Steirer Musik zu machen und eigene Songs zu komponieren. Das Gitarrenspiel sowie den Gesang lernte sich Keimel selbst, wobei er gänzlich darauf verzichtete fremdes Liedgut nachzuspielen, sondern sein Hauptaugenmerk darauf legte, sich verschiedene Spieltechniken und Harmonielehre beizubringen, die er in Eigenkompositionen nach und nach inkludierte und anwandte. Wie in späteren Interviews mehrfach von Keimel erwähnt, war Musik für ihn von Beginn an „ein Medium der Selbstverwirklichung“ beziehungsweise „eine Möglichkeit Emotionen lebendig zu machen und sie zu konservieren.“ Im Alter von vierzehn Jahren gründete er seine erste Band „Rebellion Flag“, mit der er nur ein halbes Jahr später das erste Konzert vor etwa sechshundert Besuchern im Orpheum Graz spielte. In der Band nahm er die Rolle des Songschreibers, Sängers und kreativen Bandleaders ein. Wenige Monate darauf veröffentlichte er mit der Band den ersten Tonträger, auf dem sich der Song „It must be heard“ befand, der in der steirischen beziehungsweise österreichischen Punk-Rock-Szene große Beliebtheit und Bekanntheit erlangte. Nach einer weiteren Tonträgerveröffentlichung die sich stilistisch im Melodic/Metal-Bereich einordnete und etwa sechzig Konzerte später trennte sich Keimel im Jahr 2006 aus persönlichen Gründen von der Band und besiegelte deren Ende.

 

2007 gründete Markus Keimel zusammen mit seinem älteren Bruder und Schlagzeuger Christian die Alternative/Rock-Band Lydia's Gemstone in der er wieder als alleiniger Songschreiber, Texter, Sänger und Gitarrist in Erscheinung trat. Das 2008 erschienene Debut-Album der Band, No Endorphins Added, erlangte durch Songs wie "The Lovedrug Symphony" und "Nimbostratus" weltweite Radio-Airplays. Es folgte unter anderem eine Auszeichnung des amerikanischen Radiosenders HCR als "Newcomer-Band des Jahres". Stilistisch wurde das Album im Genre Alternative/Rock eingeordnet und von einschlägigen Musikfachzeitschriften positiv bewertet. Im Zuge der Promotion-Tour für das Album trat er mit der Band auch in einigen österreichischen TV sowie Radio – Shows auf. Besonders die prägnante und klangvolle Stimme von Markus Keimel wurde in sämtlichen Kritiken ausgezeichnet und vielfach hervorgehoben. In zahlreichen Interviews betonte Keimel immer wieder, dass Eigentständigkeit und Wiedererkennungswert die oberste Priorät in seinem künstlerischen Schaffen darstellen.

 

Mit dem zweiten Album The New Melancholy erlangten Keimel und die Band im Jahr 2011 internationalen Bekanntheitsgrad in der Gothic- und Rock-Szene , verbuchten mit Lydia's Gemstone großartige Kritiken internationaler Medien, spielten eine ausgedehnte Headliner-Tour und wurden in den größten deutschsprachigen Musikmagazinen wie etwa dem Rock-Hard-Magazin abgedruckt oder etwa von der auflagenstärksten österreichischen Tageszeitung, der „Kronen Zeitung“ portraitiert. Der Deutschland-Bezug der Band und des Sängers wurde zudem größer, da sie in Hannover produzierten und bei einer Plattenfirma aus Lübeck unter Vertrag standen. Zahlreiche Zeitschriften attestierten es Keimel, sich mit origineller Komposition und markanter Stimme eine eigene Nische im Musikdschungel freigeschlagen zu haben. Vom spanischen Zeichner und Animationskünstler Juan Garcia Hueso erschienen Comics, in denen sämtliche Klischees der Band, wie etwa die uniformelle Bühnenkleidung und das extravagante Bühnendesign, rund um Markus Keimel humoristisch aufgearbeitet wurden.

Als Sänger und Gitarrist der Band Lydia's Gemstone spielte er knapp 150 Konzerte und teilte unter anderem mit internationalen Größen der Gothic-Rock-Szene, wie Tiamat, The 69 Eyes oder Mono Inc., die Tourbühne. Ohne damit an die Öffentlichkeit zu treten, legte Keimel nach dem Konkurs der Plattenfirma Twilight, die Band nur ein Jahr später auf Eis.

 

Im Jahr 2012 startete der Österreicher weitere musikalische Projekte und veröffentlichte erstmals klassische Musik in Form einer mehrteiligen Konzept-Reihe namens The HeArt of Soul, wobei er sämtliche Orchester-Stücke selbst komponierte und arrangierte. Stilistisch wurde den Werken mehrheitlich Filmmusik-Charakter zugesprochen, nicht selten auch Parallelen mit der Filmmusik von „Der Herr der Ringe“ gezogen. Klanglich bestach die Musik durch besonders stark ausgeprägte Dramatik. In einem Interview mit der Kleinen Zeitung erklärte Keimel, dass er in der Klassik die Meister-Disziplin der Musik sehe, sie für ihn daher an oberster Stelle stünde. Vergleiche mit der Filmmusik von „Der Herr der Ringe“ kommentierte der Komponist positiv, da er selbst ein großer Fan der Film-Trilogie und deren Musik ist.

 

Ein Jahr später gab der Musiker und Sänger ein neues Musikprojekt bekannt.

Unter dem Künstlerpseudonym SUMOSTAR unterschrieb Keimel beim deutschen Indie-Label Timezone Records und veröffentlichte im Juni 2013 das Debut-Album „Reload The Flushmode“, was aus dem Englischen übersetzt so viel wie „den Fiebermodus wiederbeleben“ bedeutet. Sämtliche Instrumente auf dem Album, wie etwa Synthesizer, Schlagzeug und Bass spielte Keimel selbst. Damit versuchte er sich erstmalig im Genre Elektro-Pop was medial und in Fankreisen mit Verwunderung vernommen wurde. Obwohl Lobeshymnen in einem Großteil der Rezensionen in Musikzeitschriften ausblieben, schaffte es Keimel auch mit Sumostar zu weltweiten Radio-Airplays. Live trat der Multi-Instrumentalist als Sumostar nicht auf.

 

2015 erfolgte die Veröffentlichung des Buches „Wörter haben Seele“. Nachdem eine Erstversion des Lyrik-Bandes bereits 2011 als E-Book erschien, wurde es dann im Juni 2015 überarbeitet, erweitert und neu in physischer Buchform als auch als E-Book neuveröffentlicht. Inhaltlich bewegte sich das Buch im Genre Lyrik, Poesie und Philosphie und thematisierte vordergründig die Schattenseiten und Abgründe des Menschen und des Seins. Die visuelle Aufmachung des Buches wurde durch düster angelegte, surrealistische und abstrakte Bilder geprägt, die ebenso von Keimel selbst gezeichnet wurden. Dieser erneut künstlerisch, inhaltliche und eigenwillige Hang und Drang zur Melancholie beziehungsweise zur Melodramatik bewegte zahlreiche Medien dazu Keimel als Österreichs Vorzeigemelancholiker zu betiteln. Ein Titel zu dem der Autor in zahlreichen Interviews zustimmend Stellung nahm, da er „die Melancholie als roten Faden in seinem künstlerischen Schaffen betrachte.“ In der Sendung „Literatur am Donnerstag“ des Radiosenders „Radio Helsinki“ las der Steirer zum ersten mal aus Wörter haben Seele und stellte neue Gedichte und lyrische Texte vor. Das literarische Erstlingswerk wurde von unzähligen österreichischen, deutschen und schweizerischen Fachmagazinen, Zeitungen und Zeitschriften mit positiven Kritiken ausgezeichnet und besprochen.

 

 

Nur ein Jahr später veröffentlichte der Autor und Poet sein zweites Buch namens „Eine Art Mosaiksprache“. Zwar konnte auch das zweite Werk dem Genre Lyrik, Poesie und Philosophie zugeordnet werden, widmete sich Keimel darin jedoch einer vielseitigeren Themenwahl und variierte darin in mehreren Ausdrucksformen der Lyrik und Poesie, darunter auch humoristischen Texten beziehungsweise Gedichten. Den intuellektuellen und emotionalen Tiefgang vernachlässigte er dabei jedoch nicht. Die selbst kreeirten Grafiken des Autors nahmen durch höheren Symbolgehalt einen wesentlich tragenderen Teil des Buches ein, wie etwa noch beim Vorgänger. Grundsätzlich trat Keimel, wie auch von zahlreichen Magazinen geschrieben, vielmehr in die Rolle eines lebensbejahenden Poeten, als die des Vorzeigemelancholikers. Oder in die eines „Kämpfers der Lyrik und alten Sprache“, wie etwa das deutsche Online-Magazin „Der Geisterspiegel“ schrieb. Eine Art Mosaiksprache wurde von deutschsprachigen Medien erneut mit positiven Kritiken besprochen und ausgezeichnet. Zum Buchtitel sagte der Autor im LE-Magazin - „Für mich ist jede einzelne Zeile, jeder einzelne Text und jeder Gedankengang so etwas wie ein kleiner Mosaikstein. Im Ganzen ergibt es dann ein farbenprächtiges Gesamtbild.“ Im Zuge der Veröffentlichung führte auch das österreichische Online-Magazin „Music News“ ein Interview mit Keimel, in dem er preisgab, bereits als Kind erste Texte verfasst zu haben. „Ich kann mich erinnern bereits im Kindesalter damit begonnen zu haben, Gedichte zu schreiben. Da dürfte ich um die acht Jahre alt gewesen sein. Es scheint also bereits damals ein Verlangen in mir geschlummert zu haben, sich über diese Art und Weise auszudrücken.“

 

Neben den Studioarbeiten zu einem neuen Musik-Album sowie den Arbeiten an einem neuen Roman erschien zwischen 2017 und 2018 die Kolumne Keimels Metalldetektor im deutschen Musik-Magazin „Time For Metal“. In der Kolumne erzählte der Österreicher autobiographische Musiker-Anekdoten, interviewte und portraitierte namhafte Größen der Rockmusik, stellte aber auch in jeder Ausgabe Newcomer der österreichischen Musikszene vor. Die Kolumne konnte monatlich mehrere tausend Leserklicks verbuchen.

 

Im November 2018 erschien die erste Ausgabe seines monatlich erscheinenden Blogs Keimel im Monat, in der sich Keimel gesellschaftspolitischen und kulturphilosophischen Themen widmet.